Fachleute Gesundheit (FaGe) - wie weiter nach einem Abschluss?

Aufgrund welcher Kriterien sich junge Erwachsene nach der Berufslehre als Fachfrau oder Fachmann Gesundheit (FaGe) entscheiden, im erlernten Beruf zu arbeiten oder eine weitere Ausbildung in einem höheren Gesundheitsberuf zu beginnen, ist weitgehend unbekannt. Jedoch wäre es entscheidend, die Motive der frisch Ausgebildeten zu kennen, um dringend nötige Massnahmen für eine ausgeglichene Fachkräftesituation zu entwickeln. Denn der Fachkräftemangel hat im Gesundheitswesen aufgrund der älter werdenden Gesellschaft besonders prekäre Auswirkungen.

Pflegefachfrau mit Patient
SBFI

Darum führt das OBS EHB in Kooperation mit OdASanté, dem nationalen Branchenverband Gesundheit und teilfinanziert durch das SBFI, bei allen LehrabsolventInnen FaGe 2011 eine Laufbahnstudie durch.

Die Studienresultate zeigten Erfreuliches: Ein Jahr nach Abschluss sind rund 80% der FaGe in der Gesundheitsbranche tätig. Es zeigte sich aber auch weniger Erfreuliches: Mittelfristig möchten weniger als 30% als FaGe arbeiten. Bei dieser Entscheidung spielen besonders die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen im Lehrbetrieb, aber auch Alter, Geschlecht und schulische Leistungen eine Rolle. Doch wie viele FaGe tatsächlich im Beruf bleiben oder der Gesundheitsbranche den Rücken zukehren und welche Gründe dafür verantwortlich sind, wird sich erst fünf Jahre nach dem Lehrabschluss zeigen. Im Herbst 2016 haben wir die FaGe ein weiteres Mal befragen. Der Ergebnisbericht liegt im Herbst 2017 vor.

Die Resultate werden vom Bund, Kantonen, Betrieben und Schulen im Gesundheitswesen dringend erwartet, um effektive Massnahmen gegen den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen festzulegen und beispielsweise die Ausbildungen und die Arbeitssituation gezielt zu verbessern.

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