Projekt

Der Einfluss von beruflicher Spezifität und der Qualifikationsnachfrage auf den langfristigen Arbeitsmarkteerfolg von Berufslehrabsolvierenden

Das Projekt hat untersucht, warum sich die langfristigen beruflichen Werdegänge von Personen mit beruflicher Grundbildung bezüglich Mobilitäts- und Einkommenschancen oder dem Risiko prekärer Anstellungsverhältnisse und Arbeitslosigkeit teilweise beträchtlich unterscheiden.

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Das Augenmerk lag dabei auf der Frage, welche Rolle das Zusammenspiel allgemeiner und spezifischer Fähigkeiten, die während der Ausbildung vermittelt werden, und der Qualifikationsnachfrage des Arbeitsmarktes für berufliche Werdegänge spielt. Ausgangspunkt war der Umstand, dass die etwa 230 verschiedenen beruflichen Grundbildungen auf der Sekundarstufe II in einem unterschiedlichen Ausmass Wissen und Fähigkeiten vermitteln, die auch in anderen Berufsfeldern eingesetzt werden können und deshalb Mobilitätsprozesse begünstigen. Zu diesen sogenannten transversalen Kompetenzen gehören neben Allgemeinwissen beispielsweise Fremdsprachenkenntnisse, Kommunikations- und Interaktionsfähigkeiten oder auch Problemlösefähigkeiten.

In der wissenschaftlichen Forschung wird die Rolle allgemeiner und berufsspezifischer Qualifikationen für den Berufsverlauf zurzeit intensiv diskutiert. Die bisherigen Ergebnisse sind kontrovers und beschränken sich auf die Frage, ob Personen mit Berufsbildung gegenüber solchen mit allgemeinbildenden Ausbildungsabschlüssen benachteiligt sind. In dieser Diskussion wird zum einen vernachlässigt, dass die berufliche Grundbildung sehr heterogen ist und je nach Beruf sehr unterschiedliche Fähigkeiten vermittelt. Zum anderen ist noch kaum untersucht, wie sich verschiedene Typen von Fähigkeiten auf den langfristigen Berufserfolg auswirken und welche Rolle die veränderte Qualifikationsnachfrage des Arbeitsmarktes dabei spielt. Das Projekt trägt dazu bei, diese Wissenslücken zu füllen und die Ausbildungsinhalte in der beruflichen Grundbildung zu optimieren.

Methode

Die Analysen wurden anhand von mehreren Individualdatensätzen durchgeführt. Dazu gehören die Daten der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung SAKE, die TREE-Daten (Transition from Education to Employment) sowie die LABB-Daten des Bundesamtes für Statistik und die AVAM-Daten des Staatssekretariates für Wirtschaft (SECO). Für die Messung verschiedener Fähigkeitstypen haben wir uns auf die Bildungsverordnungen und Rahmenlehrpläne der beruflichen Grundbildung abgestützt, die vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) herausgegeben werden. Für die Erfassung der jährlichen und berufsspezifischen Nachfrage des Arbeitsmarktes zogen wir den Stellenmark-Monitor Schweiz bei. Es wurden inhalts- und regressionsanalytische Verfahren eingesetzt. 

Präsentationen