Projekt

Im Herzen der Berufsbildung: Ein breites Publikum erhält Einblicke in die betriebliche Ausbildung

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Das Projekt wird unterstützt vom Instrument SNF-Agora. Eine interaktive Ausstellung an verschiedenen Berufsmessen in der Westschweiz bringt interessierten Besucherinnen und Besuchern den Weg einer Berufslehre, von der Bewerbung um eine Lehrstelle bis zum Erhalt des Diploms, näher. Im Zentrum des interaktiven Parcours steht die Beziehung zwischen Lernenden und Berufsbildenden.

Dieses Kommunikationsprojekt basiert auf den Ergebnissen und Schlussfolgerungen einer vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF Nr. 100017_153323) finanzierten Forschungsarbeit, die sich mit Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern befasste, und soll Einblicke in den beliebtesten Bildungsweg von Schweizer Jugendlichen, die duale Berufslehre, geben. Das Projekt beleuchtet die Sichtweise von zwei Hauptakteuren der Berufsbildung, nämlich den Lernenden und ihren Berufsbildnerinnen oder Berufsbildnern. Es konzentriert sich insbesondere auf den betrieblichen Teil der Ausbildung und stellt die für den Lern- und den beruflichen Sozialisationsprozess entscheidende Beziehung zwischen den Berufsbildenden und den Lernenden in den Vordergrund. Die mittlerweile abgeschlossene Forschungsarbeit befasste sich mit der Rolle von Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern und ihrer zentralen, aber noch kaum untersuchten Rolle als Schlüsselakteure der dualen Berufsbildung und setzte sich mit verschiedenen Dimensionen mit Bezug zu den folgenden Fragen auseinander: Wer sind die Berufsbildner/innen, welches sind/waren ihre Motivationen und beruflichen Laufbahnen vor Aufnahme der Ausbildungstätigkeit? Wie sieht ihr betrieblicher Alltag aus, mit welchen Vorgaben sind sie konfrontiert und wie gehen sie damit um? Welche Rolle spielen Berufsbildnerinnen und -bildner im Rekrutierungsverfahren und während der Ausbildung bei der Sozialisation der Jugendlichen?

Das Kommunikationsprojekt geht von den  Erkenntnissen dieser abgeschlossenen Forschungsarbeit sowie den Erkenntnissen der vorangehenden Untersuchungen (Duc und Lamamra 2018; Lamamra und Masdonati 2009) aus und

  • lässt interessierte Besucherinnen und Besucher anhand von beruflichen Situationen am betrieblichen Ausbildungsalltag einer Lernenden oder eines Berufsbildners teilhaben, gibt
  • gibt den Besucherinnen und Besuchern vertiefte Einblicke in den Ausbildungsalltag in einem Lehrbetrieb (subjektive Sichtweisen der beiden vorgängig erwähnten Akteure) und zeigt
  • zeigt auf, wie die wissenschaftliche Forschung zum Verständnis bestimmter Phänomene beiträgt und diese mitunter auch mitprägt. Um Interessierten den Alltag in einem Lehrbetrieb näherzubringen, wurde eine Ausstellung als Instrument zur Kommunikation der Erkenntnisse gewählt.

Die Ausstellung findet an Berufsmessen in den französischsprachigen Kantonen statt und richtet sich an folgende Zielgruppen:

  • Schülerinnen und Schüler vom 9. bis 11. HarmoS-Schuljahr (12–15 Jährige, d.h. potenzielle Lernende),
  • ihre Eltern und
  • ihre Lehrpersonen. Mitglieder des Projektteams werden vor Ort die Fragen der Besucherinnen und Besucher beantworten.

Im Anschluss an die Ausstellung können die Besucherinnen und Besucher zudem mit den anwesenden Forschenden diskutieren. Zudem wird eine Webplattform eingerichtet, auf der die Besucherinnen und Besucher weitere Inhalte zum Thema einsehen können. Diese Plattform sowie das geplante pädagogische Dossier können von Lehrpersonen auch zur Vor- oder Nachbereitung des Ausstellungsbesuchs und zur Vertiefung einzelner Aspekte der dualen Ausbildung genutzt werden. Ebenfalls können auf der Plattform die Videos heruntergeladen werden, die an der Ausstellung gezeigt wurden. Sie bietet überdies Raum für den Austausch zwischen Forschenden und den Besucherinnen und Besuchern.

Nach der Ausstellung führt das Projektteam eine kombinierte Evaluation durch:

  • eine quantitative Evaluation (Anzahl Besucher/innen) und
  • eine qualitative Evaluation in zwei Schritten (der erste Evaluationsschritt wird in einen Ausstellungsteil integriert, in dem Informationen zu den Besucherprofilen und zum Wissen der Besucher über die duale Grundbildung gesammelt werden; der zweite erfolgt in Form eines Fragebogens, der sich auf die von den Besucherinnen und Besuchern identifizierten Hauptthemen konzentriert).

Diese Informationen werden am Ende des Projekts analysiert. Diese Projektform bietet einem breiten Publikum die Möglichkeit, Berufsbildung zu «erfahren» und das Berufsbildungssystem besser zu verstehen, denn die Besucherinnen und Besucher können einem vollständigen Zyklus folgen und erhalten Einblicke in die Beziehungen und Interaktionen zwischen Lernenden und Berufsbildenden. Zweitens bietet das Projekt vertiefte Einblicke in die wichtigsten Themen im Zusammenhang mit diesem Bildungsweg und drittens zeigt das Projekt auf, wie die Wissenschaft sich der Schlüsselthemen annimmt. Viertens und letztens nährt es die laufenden politischen Debatten, indem es verschiedene Standpunkte zu einem System liefert, das im In- und Ausland interessiert beobachtet wird.

Methode

Interaktive Ausstellung und Website mit weiterführenden Inhalten

Projektstatus: 
Laufend
Datum: 
1.6.2019 bis 31.5.2021
Projektleitung: 
Partner/-innen: 
  • Collège du Travail, Genf
  • Schweizerisches Nationalmuseum
  • Verschiedene Berufsmessen in der Westschweiz (Liste wird gegenwärtig finalisiert)
     

Steuerungsgruppe:

  • Patrick Auderset, Collège du Travail, Genf
  • Roberta Besozzi, EHB, Renens
  • Anne-Laure Dirren, Nasca Formation, Sitten
  • Farinaz Fassa, Universität Lausanne
  • Laurent Filliettaz, Universität Genf
  • Fabio Lecci, Etat de Vaud, Lausanne
  • Hervé Munz, Universität Genf
  • David Perrenoud, EHB, Renens
Auftraggeber/-innen: 

Schweizerischer Nationalfonds (SNF)

Sponsoren: 
Schweizerischen Nationalfonds (SNF)