Projekt

Bestandsaufnahme der Arbeit von Berater/innen für Lernende und Entwicklungsperspektiven für das Betreuungssystem im Kanton Waadt

Das Projekt soll ein besseres Verständnis darüber schaffen, wie die Berater/innen ihren Auftrag der Betreuung von Lernenden mit persönlichen oder sozialen Problemen erfüllen.

concentrated male coworkers working with papers and laptop in office
Adobe Stock / LIGHTFIELD STUDIOS

Darüber hinaus soll beschrieben werden, wie die Berater/innen mit anderen Akteur/innen der Berufsbildung zusammenarbeiten. Ferner sollen die Herausforderungen des Unterstützungsangebotes sowie gewünschte oder notwendige Verbesserungen identifiziert werden, um die Betreuung von Lernenden sowie die Lehraufsicht allgemein zu stärken. 

Die Aufgabe der Berater/innen für Lernende besteht darin, Lernenden mit persönlichen oder sozialen Problemen unterstützend zur Seite zu stehen. Die Probleme der Lernenden können verschiedene Aspekte betreffen (z. B. Berufsfachschule, Familie, Finanzen, Gesundheit, berufliche Orientierung oder zwischenmenschliche Beziehungen innerhalb des Betriebs). Vor allem, wenn die Fortführung der Ausbildung gefährdet ist, kommt den Berater/innen gegenüber Lernenden und Berufsbildner/innen eine vermittelnde und unterstützende Rolle zu.

Das mithilfe der Berater/innen für Lernende umgesetzte Unterstützungsangebot wurde 2001 im Rahmen eines Pilotprojektes eingeführt und 2009 mit dem Gesetz des Kantons Waadt über die Berufsbildung LVLFPr in das Lehraufsichts- und Betreuungssystem der Berufsbildung integriert. Das Angebot zur Unterstützung von Lernenden mit persönlichen oder sozialen Problemen ist von grundlegender Bedeutung, um jungen Menschen den Zugang zu einer zertifizierenden Ausbildung zu ermöglichen. Bislang existieren jedoch keine Studien zur Beschreibung der aktuellen Situation sowie zur Weiterentwicklung des Unterstützungsangebotes. Aus diesem Grund hat die DGEP (Generaldirektion für Postobligatorische Bildung) eine Untersuchung der Arbeit der Berater/innen für Lernende veranlasst, um das Lehraufsichts- und Betreuungssystem der Berufsbildung zu stärken.

Dabei wird ein kollaborativer Ansatz mit den Berater/innen für Lernende verfolgt, der bei ihren Erfahrungen ansetzt, um ihr Erleben und fachliches Wissen zu teilen.

Durch eine qualitative Umfrage, die eine semidirektive Befragung von Berater/innen für Lernende vorsieht, sollen  Arbeitskontexte, Erwartungen und Arbeitsaufkommen, Schwierigkeiten und Grenzen, verfügbare Unterstützung und Ressourcen sowie Bedürfnisse erfasst und analysiert werden. Mit dem Ziel einer ganzheitlichen Beschreibung und Beurteilung des Unterstützungsangebotes der Berater/innen für Lernende wird zudem die Perspektive der verschiedenen Akteur/innen innerhalb des Berufsbildungssystems berücksichtigt, die eng mit den Berater/innen für Lernende zusammenarbeiten (z. B. Kommissare, Schulvertreter/innen). Auf diese Weise können in Zusammenarbeit mit allen an der Studie beteiligten Personen Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven des Betreuungssystems identifiziert werden.

Methode

In einem ersten Schritt erfolgt eine eingehende Analyse des gesetzlichen Rahmens und der Aufgaben der Berater/innen für Lernende. Die erfassten Informationen werden anschliessend ausgewertet, um die Befragung der Berater/innen für Lernende vorzubereiten.

In einem zweiten Schritt folgt die semidirektive Befragung von sechs Berater/innen für Lernende. Diese kommen zu den beiden bereits im Rahmen einer früheren Studie zu Berufskommissaren durchgeführten Befragungen hinzu und sollen zu einem besseren Verständnis des Betreuungsauftrags aus Sicht der Berater/innen für Lernende beitragen. Die Berater/innen werden dazu befragt, wie sie ihren Auftrag verstehen und erfüllen, sowie wie sie ihr Arbeitsaufkommen und die ihnen zur Verfügung stehende Unterstützung und Ressourcen beurteilen. Darüber hinaus sollen Bedürfnisse, Grenzen und Schwierigkeiten im Rahmen ihres Auftrags erfragt werden.

In einem dritten Schritt führen wir schliesslich semidirektive Befragungen verschiedener Akteur/innen innerhalb des Berufsbildungssystems durch, die eng mit Berater/innen für Lernende zusammenarbeiten, um ihre Sicht auf das Angebot der Berater/innen für Lernende einzubeziehen. Wir werden mindestens drei Vertreter/innen einer Berufsfachschule und drei betriebliche Berufsbildner/innen aus unterschiedlich grossen Betrieben sowie aus verschiedenen Berufen befragen. Die Sichtweise der Berufskommissare auf die Arbeit der Berater/innen für Lernende wird ebenfalls berücksichtigt, wobei auf Befragungen zurückgegriffen wird, die im Rahmen eines früheren Projekts durchgeführt wurden.