Projekt

Unterrichtspraktiken und Engagement von Schülerinnen und Schülern: Vorstellungen der Öffentlichkeit und wissenschaftliche Schlussfolgerungen

Wie bringe ich Jugendliche dazu, sich aktiv am Unterricht zu beteiligen? Diese Frage stellen sich Lehrpersonen in ihrem Berufsalltag ständig. Soll ich sie anspornen? Sanktionieren? Machen lassen? Muss ich strukturierter vorgehen? Zahlreiche Aspekte wirken auf die Klassenführung ein, so etwa die Konzeptionen und Überzeugungen bezüglich Unterricht, das Gefühl der Selbstwirksamkeit oder bereits gemachte Erfahrungen als Lehrperson oder lernende Person. In Rahmen des vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) finanzierten Forschungsprojekts «Der Wandel der Konzeptionen von Lehrpersonen während ihrer Ausbildung» (Nr. 100019_146351) haben sich das EHB und die Universität Genf drei Jahre lang mit diesen Fragen beschäftigt und dabei insbesondere den Berufsfachschulunterricht beleuchtet.

Aus diesem Projekt heraus ist das Nachfolgeprojekt «Unterrichtspraktiken und Engagement von Schülerinnen und Schülern: Vorstellungen der Öffentlichkeit und wissenschaftliche Schlussfolgerungen» entstanden. Es wird im Rahmen des Förderinstruments AGORA, das auf die Verbreitung von Forschungserkenntnissen in der breiten Öffentlichkeit abzielt, ebenfalls vom SNF finanziert (Nr. CRAGP1_171661). Basierend auf den Erkenntnissen und Schlussfolgerungen des Projekts «Der Wandel der Konzeptionen von Lehrpersonen während ihrer Ausbildung» wird zwischen Herbst 2018 und Frühling 2019 in verschiedenen Westschweizer Städten eine interaktive Foto-Wanderausstellung organisiert. Die Ausstellung soll einem breiten Publikum aufzeigen, welche Unterrichtspraktiken Lehrpersonen nutzen, um ihre Schülerinnen und Schüler zum Mitmachen im Unterricht anzuregen, und wie sich diese Praktiken auf das Engagement der Schülerinnen und Schüler auswirken.

Die interaktive Foto-Wanderausstellung bietet einerseits Gelegenheit, die Vorstellungen der breiten Öffentlichkeit zum Unterricht zu hinterfragen und die Besucherinnen und Besucher andererseits für die Bedeutung der Unterrichtspraktiken für das Engagement und das Lernen der Schülerinnen Schüler zu sensibilisieren. So dürften sich die Besucherinnen und Besucher in Erinnerung an die eigene Schulzeit oder angesichts der eigenen Vorstellungen von Schule und Unterricht fragen: «Wie würde ich in dieser Situation vorgehen?»

Vor diesem Hintergrund soll das Projekt aufzeigen, dass die wissenschaftliche Forschung sachdienliche Erkenntnisse für die Optimierung des Unterrichts hervorbringen, zum Nachdenken über die Thematik anregen und die Besucherinnen und Besucher um eine wertvolle Erfahrung reicher machen kann. Neben der Ausstellung sind auch ein interaktives Buch und/oder eine Website auf der Grundlage des Ausstellungskonzepts und der verwendeten Bilder geplant. Das Projekt knüpft an die wiederkehrenden Debatten über die Funktion der Schule, die Ausrichtung der Lehrpersonenausbildung und die Unterrichtspraktiken an, auf die Lehrpersonen zurückgreifen sollten. Es soll eine Brücke schlagen zwischen den wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Vorstellungen der Öffentlichkeit rund um das Thema Schule sowie Denkanstösse liefern für eine Lebensphase, die wir alle durchlaufen: die Schulzeit.

Projektstatus: 
Laufend
Datum: 
1.9.2017 bis 31.8.2019
Mitarbeitende: 
Partner/-innen: 

Antidote Design, Delfilm, INculture SA


Comité scientifique (scientific committee)

Prof. Benoît Galand, Université Catholique de Louvain-la-Neuve
Dre Céline Girardet, Université de Genève
Prof. Jean-Luc Gurtner, Université de Fribourg
Prof. Simone Volet, Murdoch University

Sponsoren: 
Fonds National Suisse de la Recherche Scientifique (subside n° CRAGP1_171661)