Projekt

Rettungsdienste in der Schweiz. Strukturen, Leistungen und Fachkräfte

Rettungssanitäter bei der Arbeit
Rettungsdienste nehmen bei der Versorgung von Notfallpatientinnen und -patienten eine Schlüsselrolle wahr: Sie werden von den Sanitätsnotrufzentralen aufgeboten, übernehmen vor Ort die professionelle präklinische Versorgung und entscheiden über die weitere Behandlung der Patientinnen und Patienten.

Trotz ihrer Bedeutung für die Gesundheitsversorgung gibt es jedoch kaum umfassende Daten zur Anzahl und zu den Leistungen der Rettungsdienste, zum gesamten rettungsdienstlichen Personal oder zur Frage, ob es auch im Rettungsdienst einen Fachkräftemangel gibt.

Diese Informationslücken wurden im Rahmen dieses Projektes durch die erste nationale Erhebung bei den Rettungsdiensten in der Schweiz aufgearbeitet. Folgende Fragestellungen standen im Zentrum: 

a) Arbeitsmarktsituation

  • Wie viele Beschäftigte (Anzahl / Vollzeitäquivalente) mit welchen formalen Qualifikationen sind aktuell in welchen Funktionen im Schweizer Rettungswesen beschäftigt?
  • Wie hoch ist der Anteil des an- und ungelernten Personals und wie hoch ist der Nachqualifikationsbedarf?
  • Wie viele ausländische Fachkräfte sind im Rettungswesen beschäftigt? Wie viele davon haben einen in der Schweiz anerkannten rettungsdienstlichen Ausbildungsabschluss?
  •  Wie ist die Altersstruktur der Fachkräfte beschaffen, und welcher Ersatzbedarf ist durch anstehende Pensionierungen zu erwarten?
  • Wo offenbaren sich zurzeit die grössten Rekrutierungsschwierigkeiten? Wo Überkapazitäten?
  • Welche Regionen und welche Art Rettungsdienste sind am stärksten betroffen?

b) Rettungsdienstliche Leistungen

  • Welche Arten von Versorgungsleistungen werden von Schweizer Rettungsdiensten in welchem Umfang erbracht?
  • Wie unterscheiden sich diese Versorgungsleistungen nach regionalen und strukturellen Merkmalen der Rettungsdienste?

Das EHB führte im Auftrag des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums, in Zusammenarbeit mit B,S,S. Volkswirtschaftliche Beratung , der Vereinigung Rettungssanitäter Schweiz (VRS) und dem Interverband für Rettungswesen (IVR) eine Vollerhebung bei den Schweizer Rettungsdiensten durch. Ziel war, eine aktuelle und umfassende Datengrundlage zu den Rettungsdiensten in der Schweiz zu erstellen, auf deren Basis Aussagen zur Personalsituation und zum Bildungsbedarf möglich sind.

Methode

Im Herbst 2016 wurde über einen Zeitraum von zwei Monaten eine Vollerhebung bei den bodengebundenen Rettungsdiensten, die an eine Sanitätsnotrufzentrale in der Schweiz angeschlossen sind, durchgeführt. 88% aller Rettungsdienste nahmen an  der Online-Erhebung teil. Die Resultate sind als repräsentativ einzustufen, da sich die fehlenden 12% der nicht teilnehmenden Rettungsdienste nicht systematisch nach Sprachregion oder Trägerschaft unterscheiden. Zudem decken sie insgesamt nicht einmal 5% des gesamten Einsatzvolumens ab. Die Daten wurden deskriptiv nach Region, Grösse, Trägerschaft sowie nach Geschlecht und Alter der Mitarbeitenden respektive der versorgten  Patienten analysiert.

Transfer in die Praxis
Format: 2019
Projektstatus: 
Abgeschlossen
Datum: 
1.10.2016 bis 30.3.2017
Partner/-innen: 
  • Schweizerisches Gesundheitsobservatorium (Obsan)
  • Vereinigung Rettungssanitäter Schweiz VRS
  • Interverband für Rettungswesen IVR
  • B,S,S Volkswirtschaftliche Beratung