Projekt

Situation von Lernenden und Bewältigung von Übergängen im niederschwelligen Ausbildungsbereich: Qualitative Vorstudie

Vor rund zehn Jahren wurden das Eidgenössische Berufsattest (EBA) und die Praktische Ausbildung nach INSOS (PrA) eingeführt. Seither wurden diese Bildungsangebote in verschiedenen Forschungsarbeiten untersucht und generell positiv bewertet.

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Die verfügbaren Statistiken verzeichnen jedoch bei diesen Ausbildungen eine höhere Abbruchquote als bei den drei- oder vierjährigen beruflichen Grundbildungen, die zu einem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) führen. Zu den Ursachen für die Abbrüche von niederschwelligen Ausbildungen und zum weiteren Laufbahnverlauf sind nur wenige Informationen verfügbar. Zudem wird der Eintritt ins Erwerbsleben oder in eine weiterführende Ausbildung von Jugendlichen mit einem solchen Abschluss, in einigen Branchen zunehmend in Frage gestellt. Offen bleiben auch Fragen zur Qualität der Eingliederung nach Art des Arbeitsvertrags, Beschäftigungsgrad, Übereinstimmung von Anforderungen und Gelerntem, Zufriedenheit mit der Arbeitssituation, und Wissen über verfügbare Unterstützungsangebote.

Die vom SBFI finanzierte und in Zusammenarbeit mit der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH) erarbeitete Studie untersucht diese Fragen und stützt sich dabei auf die Erfahrungen und Kenntnisse von Expertinnen und Experten. Die Ergebnisse sollen zudem die Grundlage für eine umfassendere Studie mit gemischtem Methodendesign bilden, die Lernwege und Übergänge (Beginn der Ausbildung, Ausbildungsabbrüche, Eintritt ins Erwerbsleben oder in eine weiterführende Ausbildung) im Rahmen von Ausbildungen mit geringen schulischen Anforderungen untersucht.

Die wichtigsten Forschungsfragen sind:

  • Was ist der aktuelle Erkenntnisstand über die Abbruchquoten dieser Ausbildungen in verschiedenen Branchen und Kantonen?
  • Welche Ursachen haben diese Ausbildungsabbrüche?
  • Welche Unterstützungsmassnahmen gibt es in solchen Situationen und wie wirksam sind sie?
  • Was geschieht nach einem Ausbildungsabbruch? Wie funktionieren die Überbrückungsangebote zwischen den verschiedenen Bildungsangeboten mit diesem Anforderungsniveau?
Methode

Zur Beantwortung dieser Fragen kommt eine qualitative Methode auf der Grundlage von ca. 25 halbstrukturierten Interviews (in drei Etappen) zur Anwendung. In einer ersten Etappe werden Experten aus Forschung und Praxis befragt, die einen Gesamtüberblick über die Thematik haben (z. B. Vertreter der Schweizerischen Berufsbildungsämter-Konferenz SBBK oder des Nationalen Branchenverbands INSOS). In einer zweiten Phase sind Interviews mit Vertretern von kantonalen Berufsbildungsämtern und Berufsverbänden geplant. In der dritten und letzten Etappe werden Interviews mit Personen durchgeführt, die direkt mit der Zielpopulation in Kontakt sind, beispielsweise in Berufsfachschulen oder anderen Bildungsinstitutionen.

Erwartete Ergebnisse

Das Ziel dieser qualitativen Studie ist zum einen, die Erkenntnisse über Ausbildungen mit geringen Anforderungen und insbesondere über die Ursachen und Auswirkungen von Ausbildungsabbrüchen auf den neuesten Stand zu bringen, und dadurch das Unterstützungsangebot zu verbessern. Zum andern soll sie als Vorstudie die Machbarkeit des geplanten Forschungsprojekts auf verschiedenen Ebenen abklären: Wahl der zu untersuchenden Branchen und Kantone, Kontaktaufnahme mit der Zielpopulation, Sammeln von Daten und Ausarbeitung der Problemstellung.