Wie sich Berufswünsche von jungen Frauen und Männern entwickeln

Die Forscherinnen Irene Kriesi und Ariane Basler haben untersucht, wie sich der Status der Wunschberufe von Jugendlichen zwischen 15 und 21 Jahren verändert und welche Rolle der Ausbildungstyp auf Sekundarstufe II, die soziale Herkunft und das Geschlecht dabei spielen. In der neuen Ausgabe der Zeitschrift «Social Change in Switzerland» stellen sie ihre Studie vor.

Junge Leute sitzen vor Schulgebäude
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Junge Frauen wollen am Ende der obligatorischen Schulzeit am liebsten kaufmännische Angestellte werden. Danach folgen die Berufe Ärztin, Kleinkindererzieherin, Fachfrau Gesundheit, Primarlehrerin, Kindergärtnerin, Rechtsanwältin, Detailhandelsangestellte, Modedesignerin und Tierärztin. Obwohl sich die Reihenfolge dieser zehn Berufe später ändert, gehören sieben davon auch im Alter von 21 Jahren noch zu den bevorzugten Berufen junger Frauen. Neu kommen Physiotherapeutin, Polizistin und Innenarchitektin dazu. Kaufmännische Angestellte, Detailhandelsangestellte und Tierärztin verschwinden hingegen aus den Top Ten.

Junge Männer wollen mit 15 Jahren am häufigsten Informatiker, Profisportler, Automechaniker, kaufmännischer Angestellter oder Rechtsanwalt werden. Auch Koch, Architekt, Elektromonteur, Schreiner oder Pilot stehen hoch im Kurs. Sechs Jahre später haben sich die häufigsten Aspirationen verändert und erhöht. Anstatt der eher statustiefen Lehrberufe wünschen sich junge Männer nun häufiger die prestigereicheren Berufe Manager, Primarlehrer, Ingenieur, Polizist, Sportlehrer oder Arzt.

Diese und weitere Resultate zeigt eine Studie der beiden Forscherinnen Irene Kriesi (EHB) und Ariane Basler (UZH), die auf Daten des schweizerischen Kinder- und Jugendsurveys COCON basiert und in der neuen Ausgabe der Zeitschrift Social Change in Switzerland vorgestellt wird.

Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass die beruflichen Statusaspirationen Jugendlicher stark mit der Schullaufbahn und dem Geschlecht zusammenhängen: Junge Frauen stecken ihre beruflichen Ziele weniger hoch als junge Männer. Dies dürfte dazu beitragen, dass junge Frauen – trotz grösserem Schulerfolg – im Arbeitsmarkt schnell ins Hintertreffen geraten und von ihren gleichaltrigen Kollegen bezüglich der Berufsposition und dem Einkommen überflügelt werden.