EHB positioniert sich im schweizerischen Hochschulraum

Frau und Mann im Diskurs
Bern, 20. Juni 2018 - Das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung EHB verstärkt seine Zusammenarbeit mit kantonalen Pädagogischen Hochschulen in Luzern und St. Gallen. Zudem strebt es selber die Akkreditierung als Pädagogische Hochschule an. Der Bundesrat hat am 20. Juni 2018 die Positionierung des EHB im Hochschulraum Schweiz zur Kenntnis genommen und das WBF mit der Erarbeitung eines Vernehmlassungsentwurfs für eine neue gesetzliche Grundlage des EHB beauftragt.

Das EHB ist das Kompetenzzentrum des Bundes für die Aus- und Weiterbildung von Berufsbildungsverantwortlichen, für die Berufsentwicklung, Berufsbildungsforschung sowie internationale Berufsbildungszusammenarbeit. Der Bundesrat hatte das WBF als Eigner des EHB Ende 2016 beauftragt, dessen Ausrichtung und Positionierung in der Hochschul­landschaft Schweiz zu klären und die gesetzlichen Grundlagen anzupassen. Nun hat der Bundesrat die Ergebnisse dieser Arbeiten zur Kenntnis genommen und über die weiteren Schritte entschieden.

In der Westschweiz und im Tessin obliegt die Lehrerbildung für Berufsfachschulen, Berufsmaturität und höhere Fachschulen ganz dem EHB. In den drei Deutschschweizer Kantonen Luzern, St. Gallen und Zürich besteht hingegen eine Konkurrenzsituation zwischen EHB und kantonalen Pädagogischen Hochschulen (PH). Hier soll die Zusammenarbeit zwischen EHB und PH verstärkt werden, um Qualität und Effizienz der Angebote zu gewährleisten und Doppelspurigkeiten abzubauen. Dazu wurden in den letzten Wochen bilaterale Vereinbarungen abgeschlossen (Luzern, St. Gallen) bzw. sind in Arbeit (Zürich).

Zu klären ist weiter die Hochschultypologie, nach der das EHB gemäss dem seit 2015 geltenden Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz (HFKG) akkreditiert werden muss. Die Fokussierung des EHB auf die Aus- und Weiterbildung von Berufsbildungsverantwortlichen sowie Berufsentwicklung und Berufsbildungsforschung legt eine Positionierung als Pädagogische Hochschule nahe. Der Hochschulrat der Schweizerischen Hochschulkonferenz (SHK) hat die Positionierung am 25. Mai 2018 zustimmend zur Kenntnis genommen. Das EHB wird bis Ende 2020 das entsprechende Akkreditierungsgesuch einreichen. Der Entscheid obliegt gemäss HFKG dem Schweizerischen Akkreditierungsrat.

Die Positionierung des EHB wird auch in der neuen Gesetzesgrundlage abgebildet werden. Wie für andere vergleichbare Institutionen des Bundes soll für das EHB eine Gesetzes­grundlage in Form eines eigenen Organisationserlasses geschaffen werden. Heute ist das EHB nur mit wenigen Artikeln im Berufsbildungsgesetz geregelt; alle weiteren Bestimmungen finden sich auf Verordnungsstufe, was weder dem Legalitätsprinzip der Bundesverfassung noch den Corporate-Governance-Standards des Bundes zu genügen vermag. Der Bundesrat hat das WBF mit der Erarbeitung eines Vernehmlassungsentwurfs bis Ende 2018 beauftragt.
 

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