Die EHB im Überblick

Die Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung EHB ist die schweizerische Expertiseorganisation für Berufsbildung. Wir bilden Verantwortliche der Berufsbildung aus und weiter, erforschen die Berufsbildung, entwickeln Berufe weiter und unterstützen die internationale Zusammenarbeit in der Berufsbildung.

EHB Gebäude Zollikofen
EHB/Ben Zurbriggen

Der Bund ist Eigentümer der EHB. Der Bundesrat legt die strategischen Ziele der EHB fest. Die EHB ist dem Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF angegliedert. Sie ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit und Rechtsgrundlagen.

Die EHB ist Bindeglied zwischen den Organisationen der Arbeitswelt (OdA) sowie den 26 Kantonen mit mehreren hundert Berufsfachschulen und höheren Fachschulen. Als nationale Hochschule ist die EHB zentraler Ansprechpartner für Entwicklungsvorhaben in der Berufsbildung sowie für die Aus- und Weiterbildung von Berufsbildungsverantwortlichen. Die EHB schlägt die Brücke zwischen der Berufsbildung und der Hochschulwelt. Dabei werden die Anforderungen der Wirtschaft berücksichtigt.

Leistungen der EHB

Ausbildung von Berufsbildungsverantwortlichen

Die Ausbildung bildet haupt- und nebenberufliche Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen und an höheren Fachschulen sowie weitere Berufsbildungsverantwortliche aus. Alle Dozierenden der EHB lehren nach dem Modell der Situationsdidaktik. Dabei handelt es sich um einen von der EHB entwickelten pädagogisch-didaktischen Ansatz, der zum Ziel hat, Situationen aus dem Berufsalltag ins Klassenzimmer zu transportieren. Seit Herbst 2007 besteht mit dem Studiengang Master of Science (MSc) in Berufsbildung ein schweizweit einmaliges Angebot für die wissenschaftliche Qualifizierung von Hochschulabgängerinnen und -abgängern. 2019 wurde dieses Angebot um einen Bachelor of Science (BSc) in Berufsbildung erweitert.

Weiterbildung von Berufsbildungsverantwortlichen

Die Weiterbildung umfasst zentrale Kurse zur Förderung von Berufsbildungsverantwortlichen in ihrer beruflichen Entwicklung, Kurse vor Ort zur Unterstützung und Weiterentwicklung der Organisationen der Berufsbildung, die Weiterqualifizierung von Kadern in der Berufsbildung sowie weitere Angebote zur Förderung von Qualität und Innovation in der Berufsbildung.

Forschung und Entwicklung in der Berufsbildung

In der Forschung und Entwicklung werden Grundlagen für Aus- und Weiterbildungen und die Berufsbildung erarbeitet und erforscht. Es werden unter anderem Evaluationen entwickelt, die für weitere Entwicklungen in der Berufsbildung als Grundlage dienen. Mit dem Schweizerischen Observatorium für die Berufsbildung identifiziert, beobachtet und analysiert die EHB gesellschaftliche, wirtschaftliche und technologische Entwicklungen und ihre Bedeutung für die Berufsbildung.

Berufsentwicklung

Das Zentrum für Berufsentwicklung begleitet die Entwicklung und Umsetzung von beruflichen Grundbildungen und höheren Berufsbildungen. Es werden Dienstleistungen im Bereich der Analyse des Berufes und der Berufsentwicklung, der Beschreibung der Kompetenzen für die qualifizierte Berufstätigkeit, der Festlegung von Bildungszielen, der Bildungsorganisation, der Bildungsdauer und von Qualifikationsverfahren erbracht.

Organisation und Standorte

Der EHB-Rat ist das strategische Führungsorgan der EHB. Er setzt sich aus neun vom Bundesrat gewählten Mitgliedern zusammen.

Die Hochschulleitung setzt sich aus der Direktorin und den fünf nationalen Spartenleitenden zusammen. Sie legt im Rahmen der Strategie des EHB-Rates die Ziele und die Organisation der Ausbildung, der Weiterbildung sowie der Forschung und Entwicklung fest. 

Der Studierendenrat EHB Zollikofen ist die offizielle Vertretung der Studierenden in der Deutschschweiz gegenüber der EHB. Er setzt sich aus sechs von den Studierenden gewählten Mitgliedern zusammen.

Die Standorte der EHB befinden sich in Zollikofen bei Bern (Hauptsitz), Lausanne und Lugano, mit weiteren Kursstandorten in Olten und Zürich.

Die EHB als Arbeitgeberin und Institution

Rund 250 Mitarbeitende arbeiten an der EHB. Die EHB bildet eigene Lernende in den Berufen Kauffrau/Kaufmann EFZ, Informatiker/innen EFZ und Mediamatiker/innen EFZ aus.

Die EHB bietet ein spannendes Arbeitsumfeld, in welchem Sie die Berufsbildung in der Schweiz aktiv mitgestalten können. Suchen Sie eine neue berufliche Herausforderung?

Die EHB setzt sich für Nachhaltigkeit und für die Gleichstellung in allen Lebensbereichen ein. Zu diesem Zweck wurde 2017 die Geschäftsstelle Corporate Social Responsibility gegründet. In zwei Arbeitsgruppen werden jährlich Massnahmen zur Verbesserung der Chancengleichheit und für Nachhaltigkeit festgelegt und umgesetzt.

Im Qualitätssicherungssystem der EHB greifen Qualitätskreisläufe der Sparten und der drei Standorte auf zentraler Ebene ineinander. Unser gemeinsames Ansinnen ist es, bestmögliche Bedingungen für gute Lehre und die Studienorganisation zu schaffen.

Die EHB hat 2019 den Prozess der institutionellen Akkreditierung in die Wege geleitet. Mit der institutionellen Akkreditierung sollen die Anforderungen des Bundesgesetzes über die Förderung der Hochschulen und die Koordination im schweizerischen Hochschulbereich (HFKG) erfüllt werden.

Netzwerk und Partnerschaften

Der Verein «Alumni EHB» wurde 2017 gegründet und fördert insbesondere den persönlichen Kontakt unter den Absolventinnen und Absolventen sämtlicher Sprachregionen und Studiengänge der EHB.

Die EHB ist in der Bildungslandschaft der Schweiz gut vernetzt und arbeitet mit verschiedenen nationalen Partnerorganisationen und -institutionen zusammen.

Geschichte der EHB

Die EHB feiert 2022 ihr 50-jähriges Bestehen. Die heutige Hochschule hat ihre Ursprünge im Schweizerischen Institut für Berufspädagogik (SIBP). Das SIBP wurde 1972 am Standort Zollikofen gegründet. 1975 wurde ein zweiter Standort in Lausanne für die französischsprachige und 1991 ein dritter Standort in Lugano für die italienischsprachige Schweiz eröffnet.

Die Aufgaben des SIBP umfassten im Wesentlichen die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften im gewerblich-industriellen Bereich, namentlich von haupt- und nebenamtlichen Lehrkräften an Berufsschulen sowie von Lehrkräften an Berufsschulen mit besonderen Funktionen in Schulleitung, Praxisberatung oder der Mediation. Zu weiteren Aufgaben gehörten daneben die Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten im Bereich der Berufsbildung und das Verfassen von Studien und Gutachten.

Im Jahre 2001 übertrug das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT; heute SBFI) dem SIBP zusätzlich die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften im kaufmännischen Bereich und die Ausbildung von Expertinnen und Experten in Qualifikationsverfahren der beruflichen Grundbildung.

Am 1. Januar 2007 wurde aus dem SIBP das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung EHB. Die Gründe für diese Ablösung sind zwei tiefgreifende Reformen im Schweizerischen Bildungssystem:  

  • Tertiarisierung der Lehrerausbildung

  • Reformen der Berufsbildung

Mit diesen beiden Reformen und den dazu neu übertragenen Aufgaben und Kompetenzen wurden auch die Strukturen und die Organisation der Institution neu angepasst und die Angebote schweizweit positioniert.

Am 1. August 2021 wurde das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung EHB die Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung EHB. Grundlage für diesen Wandel ist das Bundesgesetz über die Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung EHB (EHB-Gesetz).

Das Gesetz bietet eine umfassende Rechtsgrundlage für die Tätigkeit der EHB. Zudem schafft es die Grundlage dafür, dass sich die EHB in der Schweizer Hochschullandschaft positionieren und als Hochschule gemäss dem Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz institutionell akkreditieren lassen kann.