Projekt

Drei Beiträge in angewandter Mikroökonomie mit einem Fokus auf die Berufsbildung

Making some adjustments to her bike
Die Dissertation befasst sich mit dem Ausbildungsverhalten der Firmen in der Schweiz. Dabei wird der Einfluss der Zuwanderung auf die Ausbildungstätigkeit der Firmen untersucht und gefragt, wieso die Ausbildungsbeteiligung der Firmen in der Deutschschweiz höher ist als in der lateinischen Schweiz. Zudem wird untersucht, wie sich «Mismatches» zwischen gelernten und ausgeübten Berufen auf individuelle Löhne auswirken.

Die Dissertation besteht aus drei selbständigen Kapiteln.

Das erste Kapitel untersucht den Einfluss der Zuwanderung auf das Ausbildungsverhalten der Betriebe in der Schweiz. Apriori wird angenommen, dass eine Ausweitung des Arbeitskräfteangebots durch Zuwanderung zu einer teilweisen Substitution der betrieblichen Ausbildung führt. Einerseits können ausländische Arbeitskräfte Lernende, die bereits während der Lehre produktiv tätig sind, direkt ersetzen. Andererseits senken ausländische Arbeitskräfte die Rekrutierungskosten für Schweizer Firmen, so dass sich für diese der Anreiz in die Ausbildung von Nachwuchs zu investieren verringert.

Das zweite Kapitel geht der Frage nach, wieso die Ausbildungsbeteiligung der Betriebe in der Deutschschweiz über jener in der latinischen Schweiz liegt. Diese Differenz besteht auch zwischen Firmen, die sich ansonsten kaum unterscheiden und innerhalb von bilingualen Kantonen, die dieselben institutionellen Rahmenbedingungen kennen. Dabei wird untersucht, inwiefern abweichende Einstellungen (soziale Normen) zur Aufgabenverteilung zwischen dem Staat und privaten Akteuren die divergierende Ausbildungsbeteiligung der Betriebe an der Sprachgrenze erklären können. Abstimmungsresultate zeigen, dass Personen in der latinischen Schweiz die Bereitstellung von Gütern wie Bildung, Krankenversicherung, Mutterschaftsversicherung und Postdienste eher als Staatsaufgabe betrachten, während Personen in der deutschen Schweiz das Engagement von Privaten für die Bereitstellung dieser Güter betonen. Diese unterschiedlichen Einstellungen bieten eine potentielle Erklärung, wieso das (private) Engagement für die betriebliche Grundbildung in der Schweiz je Sprachregionen unterscheidet weitverbreitet ist.

Das letzte Kapitel verlässt den Lehrstellenmarkt und widmet sich dem regulären Arbeitsmarkt; es fragt: Wie hat sich der technologische Wandel der letzten Jahre auf horizontale «Mismatches» der Arbeitsnehmenden ausgewirkt? Ein «Mismatch» ist dabei als Situation definiert, in der sich der erlernte Beruf einer Person vom tatsächlich gehaltenen Beruf dieser Person unterscheidet. Insgesamt treten solche Situationen relativ häufig auf und sind meist nicht mit tieferen Löhnen verbunden. Problematisch können «Mismatch-Situationen» allerdings für Personen sein, deren erlernte Berufe und Fähigkeiten vermehrt von neuen Technologien substituiert werden können. 

Betreuende Dissertation:

Methode

Standardansätze der Ökonometrie (Instrumentenvariablen-Ansatz, Regressionsdiskontinuitätsdesign, Fixed-Effect Modelle).

Projektstatus: 
Laufend
Datum: 
1.1.2018 bis 31.12.2021
Kontakt: 
Projektleitung: