Projekt

Querschnittsanalyse der Aufgaben und der Ausbildung im Bereich bürgernahe Polizeiarbeit: eine Arbeitsanalyse in Verbindung mit einer Untersuchung der Ausbildungskonzeption

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Das Projekt wurde auf Anfrage der «Commission externe d'évaluation des politiques publiques» (CEPP) des Kantons Genf durchgeführt, die ihrerseits von der Geschäftsprüfungskommission des Kantons Genf mit der Evaluation der Ausbildungspolitik der Genfer Polizei beauftragt worden war. Ziel des Auftrags war es, zu prüfen, ob die Polizeiausbildung die Polizeiaspirantinnen und -aspiranten angemessen auf die Aufgaben der Genfer Polizei vorbereitet, insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit der kulturellen Diversität im sozialen Umfeld des Kantons.

Die CEPP hat den Auftrag ans EHB in Form der folgenden Fragen formuliert:

Inwiefern bereitet die Basisausbildung Polizistinnen/Polizisten, insbesondere in Sachen bürgernahe Polizeiarbeit, auf einen angemessenen Umgang mit der Bevölkerung vor? Mit anderen Worten: Bereitet die Ausbildung Polizistinnen/Polizisten ausreichend auf die Aufgaben vor, die sie im Kontakt mit der Bevölkerung wahrnehmen müssen? Im Zentrum der Analyse stand das Konzept der bürgernahen Sicherheit als Prozess, der im Hinblick auf eine bessere Sicherheit und einen besseren Dienst an der Bevölkerung den Erwartungen der Bevölkerung und den lokalen Sicherheitsproblemen Rechnung trägt. Konkret waren neben den Aufgaben, die direkt im Zusammenhang mit der bürgernahen Polizeiarbeit stehen (Streifendienst), auch die damit verbundenen Aufgaben (Polizeinotruf) sowie die Arbeit der Abteilungen Jugend und allgemeine Kriminalität (Kriminalpolizei) Gegenstand der durchgeführten Analyse.

Methode

Im ersten Teil des Berichts gingen die Autorinnen gestützt auf die Ausbildungskonzeption (Stroumza 1997) der Frage nach, wie die Vorbereitungskurse für den eidgenössischen Fachausweis Polizistin/Polizist aufgebaut sind und wie insbesondere die spezifische Ausbildung der Genfer Polizei auf das Berufsbildungssystem abgestimmt ist.

Im zweiten Teil des Berichts stützten sich die Autorinnen bei ihrer Arbeitsanalyse auf klinische Ansätze zur Untersuchung der Arbeit, die verschiedene Strömungen umfassen: die Psychodynamik der Arbeit (Dejours 1993, 1998), den klinischen Ansatz zur Untersuchung der Handlung (Clot 1999, 2008) und den klinischen Ansatz zur Untersuchung der Arbeit (Lhuilier 2006). Diese Ansätze stehen in engem Zusammenhang mit der französischen Literatur zur Ergonomie (Leplat und Hoc 1983), Arbeitsanalyse (Guérin, Laville, Daniellou, Duraffourg und Kerguelen 1997) und ganzheitlichen Soziologie (Demazière und Dubar 2004, Kaufmann 1996, de Gauléjac 1994). Die Autorinnen untersuchten, inwiefern die Vorgaben der Ausbildung von der Arbeit, wie sie die Polizistinnen/Polizisten in der Praxis erleben und wahrnehmen, abweichen.