PraeLab: Qualifizierung von Berufsbildungspersonal hinsichtlich der Identifikation & Beratung von Auszubildenden mit hohem Abbruchsrisiko

Seit Jahren ist die Abbrecherquote in der Berufsausbildung in Europa auf einem nicht akzeptablen hohen Niveau. Dies betrifft sowohl Länder mit dualem als auch mit schulischem Berufsbildungssystem. Ein Ausbildungsabbruch birgt erwerbsbiografische wie auch sozial- und arbeitsmarktpolitische Risiken. Bei den KMU verursacht ein Abbruch oft nicht nur wirtschaftlichen Schaden, sondern auch abnehmende Ausbildungsbereitschaft.
An dieser Problemstellung setzt das Projekt PraeLab an: Es hat zum Ziel, durch die Qualifizierung von Berufsbildungs- und Beratungspersonal hinsichtlich der Identifikation und Beratung von Auszubildenden mit hohem Abbruchrisiko, individuellen Abbrüchen präventiv zu begegnen und Hilfestellungen anzubieten.

Ausführliche Informationen zum Projekt finden sich auf der Projekthomepage unter: www.praelab-hdba.eu

Methode

Kernelement des Projektes ist eine dreitägige Schulungsmassnahme, die Berufsbildungs- und Beratungspersonal wie Lehrkräfte, Ausbilderinnen und Ausbilder, Beraterinnen und Berater, Vermittlerinnen und Vermittler, Fallmanagerinnen und Fallmanager sowie Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen zunächst über die Themen überfachliche Kompetenzen sowie Ausbildungsabbruch und dessen Prävention informiert. Daraufhin wird in ein in der Schweiz entwickeltes Online-Diagnose-Tool (smK72+) zur Identifikation und Rückmeldung von überfachlichen Kompetenzen und Ausbildungsabbruchrisiken eingeführt, welches die Teilnehmenden dazu befähigt, potentiell von einem Ausbildungsabbruch gefährdete Jugendliche in einer Klasse oder Gruppe zu identifizieren. Die Ausbildung am Diagnose-Tool sowie in der Analyse und Interpretation der Ergebnisse zu überfachlichen Kompetenzen und Abbruchrisiken der Jugendlichen ist deswegen Bestandteil der Schulung. Abschliessend rückt der Beratungsprozess in den Fokus. Die Teilnehmenden werden darin geschult, wie Beratungssequenzen mit identifizierten gefährdeten Jugendlichen zu initiieren und durchzuführen und wie der gesamte Prozess zu reflektieren ist.
Das Konzept der Schulungsmassnahme ist als Grundraster zu verstehen, das in jedem Land an spezifische Herausforderungen und Rahmenbedingungen angepasst wird. Diese angepassten Konzepte werden in Pilottrainings und konkreten Feldphasen mit Testklassen eingeübt.

Publikationen

Grassi, A., Rhiner, K., Kammermann, M., & Balzer, L. (2014). Gemeinsam zum Erfolg - Früherfassung und Förderung in der beruflichen Grundbildung durch gelebte Lernortkooperation. Bern: hep.

Publikationsart: 
Books

Balzer, L., & Grassi, A. (2014). Praxisbeitrag: Prävention von Lehrabbrüchen – das Projekt PraeLab. In M. P. Neuenschwander (Hrsg.), Selektion in Schule und Arbeitsmarkt - Forschungsbefunde und Praxisbeispiele (S. 187-201). Zürich/Chur: Rüegger.

Publikationsart: 
Book contributions

Balzer, L., & Grassi, A. (2013). Lehrabbruch: Risiken erkennen und Hilfe anbieten. Panorama, 27(4), 16.

Publikationsart: 
Magazines & Media

Balzer, L. (2013). Prävention von Lehrabbrüchen - das EU-Projekt PraeLab. Wirtschaft & Beruf - Zeitschrift für berufliche Bildung, 65(1), 49-51.

Publikationsart: 
Magazines & Media

Frey, A., Ertelt, B.-J., & Balzer, L. (2012). Erfassung und Prävention von Ausbildungsabbrüchen in der beruflichen Grundbildung in Europa: Aktueller Stand und Perspektiven. In C. Baumeler, B.-J. Ertelt & A. Frey (Hrsg.), Diagnostik und Prävention von Ausbildungsabbrüchen in der Berufsbildung (S. 11-60). Landau: Verlag Empirische Pädagogik.

Publikationsart: 
Book contributions

Baumeler, C., Ertelt, B.-J., & Frey, A. (2012). Diagnostik und Prävention von Ausbildungsabbrüchen in der Berufsbildung. Landau: Verlag Empirische Pädagogik.

Publikationsart: 
Books

Baumeler, C., Ertelt, B.-J., & Frey, A. (2012). Einleitung. In C. Baumeler, B.-J. Ertelt & A. Frey (Hrsg.), Diagnostik und Prävention von Ausbildungsabbrüchen in der Berufsbildung (S. 5-10). Landau: Verlag Empirische Pädagogik.

Publikationsart: 
Book contributions
Präsentationen

Ruppert, J.-J., Frey, A., & Balzer, L. (2013, septembre). Prévention du décrochage dans la formation professionnelle - Le projet européen PraeLab. Communication présentée au Congrès international de l'orientation (CIOM), Montpellier, France.

Publikationsart: 
National presentation
Scientific Presentation

Balzer, L. (2012, November). Das Projekt PraeLab. Beitrag präsentiert am Workshop „Erfolgreiche Integration in die Berufslehre“ auf der internationalen Tagung: „Schulische und berufliche Selektion - Forschungsbefunde und Umsetzungsperspektiven“ der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), Solothurn, Schweiz.

Publikationsart: 
National presentation
Scientific Presentation

Frey, A., Balzer, L., & Ruppert, J.-J. (2012, Oktober). Prävention von Abbrüchen in der Berufsausbildung - das EU-Projekt PraeLab. Beitrag präsentiert auf der internationalen Konferenz „Soziale Gerechtigkeit, Wohlstand und Beschäftigungssicherung - Herausforderung für die Bildungs- und Berufsberatung im 21. Jh.“ der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA), Mannheim, Deutschland.

Publikationsart: 
International presentation
Scientific Presentation

Balzer, L., & Frey, A. (2012, Oktober). Ein Diagnosetool für die Beratung: Erfassung von überfachlichen Kompetenzen und Prävention von Ausbildungsabbrüchen - Diagnostik, deren wissenschaftliche Güte und Korrelate im EU-Projekt PraeLab. Beitrag präsentiert auf der internationalen Konferenz „Soziale Gerechtigkeit, Wohlstand und Beschäftigungssicherung - Herausforderung für die Bildungs- und Berufsberatung im 21. Jh.“ der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA), Mannheim, Deutschland.

Publikationsart: 
International presentation
Scientific Presentation

Baumeler, C. (2011, Juni). Transfer of Innovation. Prävention von Lehrabbrüchen. Beitrag präsentiert am Kontaktseminar für deutschsprachiger Berufsbildungsinstitute, Zollikofen, Schweiz.

Publikationsart: 
National presentation
Scientific Presentation
Projektstatus: 
Abgeschlossen
Datum: 
1.1.2010 bis 31.12.2012