Projekt

Vierte Kosten-Nutzen-Erhebung der beruflichen Grundbildung aus der Sicht der Betriebe

Ausbilder erklärt
Das Kosten-Nutzen-Verhältnis der betrieblichen Lehrlingsausbildung ist mit dafür ausschlaggebend, ob die Betriebe bereit sind, Lehrstellen für berufliche Grundbildungen in genügender Zahl anzubieten. Seit der ersten schweizerischen Erhebung aus dem Jahr 2000 werden die betrieblichen Kosten und Nutzen in regelmässigen Abständen erhoben, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit der dualen Berufsbildung zu beurteilen.

Das EHB hat in Zusammenarbeit mit M.I.S. Trend S.A. den Zuschlag im Rahmen einer WTO-Ausschreibung des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) erhalten, die vierte Kosten-Nutzen-Erhebung der beruflichen Grundbildung in der Schweiz durchzuführen. Neben einer gesamtwirtschaftlichen Schätzung der betrieblichen Kosten und Nutzen der beruflichen Grundbildung werden die einzelnen Kosten- und Nutzenparameter für die häufigsten Ausbildungsberufe geschätzt (circa 25 EFZ- und 10 EBA-Berufe).

Wichtige Merkmale, die beim Ausweis der Bruttokosten, produktiven Leistungen sowie auch Nettonutzen berücksichtigt werden, sind die Lehrdauer (2, 3 und 4-jährige Lehren), das Lehrjahr, in welchem sich die Lernenden befinden, sowie auch Branchen, die Betriebsgrösse und Grossregion.

Weitere statistische Kennziffern, die aufgrund ihres hohen Beitrags zur Generierung von Steuerungswissen in der Kosten-Nutzen-Erhebung berechnet werden, sind die durchschnittlich realisierten rekrutiven Opportunitätserträge der ausbildenden Betriebe, Ausbildungsquoten sowie auch Verbleibsquoten.

Die Resultate sollen auch einen Vergleich mit früheren Kosten-Nutzen-Erhebungen der Forschungsstelle für Bildungsökonomie der Universität Bern zulassen. Dabei sollen konjunkturelle und strukturelle Gründe für Veränderungen zwischen den Erhebungen benannt werden. So sollen auch Unterschiede, die sich durch Veränderungen in der Zusammensetzung der Lehrberufe oder Veränderungen, die sich aufgrund von Reformen bei Lehrberufen ergeben haben, identifiziert werden.

Der Bericht sowie die detaillierten Auswertungen zu den häufigsten Lehrberufen sind auf dieser Seite online verfügbar.

Methode

Die Eckwerte des Forschungsprojekts verlangen gesamtwirtschaftliche sowie durchschnittliche Schätzungen der Kosten-Nutzen-Parameter der betrieblichen Lehrlingsausbildung. Diese Eckwerte ebenso wie das Erfordernis der Vergleichbarkeit mit den Vorgängerstudien machen eine für die ganze Schweiz zum Erhebungszeitpunkt repräsentative Erhebung notwendig. Wie in den früheren Erhebungen wird dazu auf das Betriebs- und Unternehmensregister (BUR) des Bundesamtes für Statistik (BFS) zurückgegriffen.

Die vierte Kosten-Nutzen-Erhebung ist als Online-Befragung (d, f, i) konzipiert. Die Netto-Stichprobe der Befragung umfasst 3‘000 Fragebögen ausbildender sowie 3‘000 Fragebögen nicht-ausbildender Betriebe. In allen Sprachregionen steht den Betrieben eine Hotline für Rückfragen zum Projekt wie auch zum Erhebungsinstrument zur Verfügung.

Bei der Berechnung der Kosten-Nutzen-Parameter wird dasselbe Kostenmodell zugrunde gelegt, dass bereits in den Vorgängerstudien Anwendung fand. Der Schlussbericht zur vierten Kosten-Nutzen-Erhebung der beruflichen Grundbildung in der Schweiz wird im Herbst 2019 erscheinen.

Transfer in die Praxis
Format: 2020