Projekt

Berufsmaturität – Bildungsverläufe, Herausforderungen und Potenziale

Junge Leute sitzen vor Schulgebäude
Um den Bedarf an Arbeitskräften mit Tertiärabschluss sicherzustellen und die Attraktivität der Berufsbildung zu erhalten, soll die Berufsmaturität (BM) weiter gestärkt werden. Im vierten Trendbericht untersuchen wir, welche Faktoren das erfolgreiche Absolvieren einer BM und den anschliessenden Übertritt in die Tertiärstufe begünstigen oder hemmen.

Ziel des Projektes ist es, aktuelle Herausforderungen und Potenziale der BM zu eruieren und Akteuren der Berufsbildung, Verbundpartnern und interessierten Fachpersonen zur Verfügung zu stellen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei erstmals auf der Rolle des EFZ-Berufs für den Zugang zur BM sowie deren Verwertung an den Hochschulen. Darüber hinaus präsentieren wir neue Erkenntnisse aus der Kosten-Nutzen-Studie, welche die Sicht der Betriebe auf die BM darstellt, widmen uns kantonalen Unterschieden in den (Berufs)maturitätsquoten sowie aktuellen Flexibilisierungsmassnahmen zur Stärkung der BM.

Die Resultate des Trendberichts werden an der Tagung des Observatoriums am 29.10.2020 vorgestellt sowie in der eidgenössischen Berufsmaturitätskommission (EBMK) präsentiert und diskutiert, um Potenziale für die Weiterentwicklung der Verordnung und des Rahmenlehrplans der Berufsmaturität zu identifizieren.

Methode

Im vierten Trendbericht analysieren wir in fünf Kapiteln aktuelle Entwicklungen und Herausforderung für die Berufsmaturität.

  • Anhand der Längsschnittdaten der modernisierten Bildungsstatistik des BFS verfolgen wir die Bildungsverläufe von Jugendlichen über fünf Jahre (2012-2017) vom Abschluss der obligatorischen Schule bis zum EFZ respektive vom EFZ-Abschluss in die Hochschule. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Unterschieden zwischen EFZ-Berufen und Kantonen. Welche Faktoren begünstigen den erfolgreichen Abschluss einer BM und den Übertritt an die Hochschulen? Wie unterscheidet sich dies in den verschiedenen Berufen und zwischen den Kantonen?
  • Auf Basis der Daten der Kosten-Nutzen-Analyse analysieren wir die Sicht der Betriebe auf die BM1. Für die Stärkung der BM1 ist die Bereitschaft der Betriebe zentral, Lernende mit BM auszubilden. Da BM-Lernende aufgrund zusätzlicher Schulstunden weniger im Betrieb anwesend sind, können sie weniger häufig produktiv eingesetzt werden. Wie schätzen Betriebe das Kosten-Nutzen-Verhältnis von BM-Lernenden im Vergleich zu Lernenden ohne BM ein? Welchen Nutzen haben Betriebe von BM-Lernenden? Wie unterscheiden sie sich von Betrieben, die keine BM-Lernenden ausbilden?
  • Angesichts stagnierender oder sinkender BM1-Abschlüsse besteht für BM-Schulen seit 2017 schweizweit die Möglichkeit, die BM1 zu flexibilisieren. Durch den verfrühten oder verspäteten Abschluss von Teilfächern sowie die Möglichkeit eines gestaffelten BM1- und Lehrbeginns soll die Belastung für Lernende gesenkt und die BM für Betriebe attraktiver werden. Wir zeigen, wie die Möglichkeiten zur Flexibilisierung genutzt werden und diskutieren das bisher wenig beachtete pädagogische Potenzial der Flexibilisierungsmassnahmen und anderer Ausgestaltungsmodelle der BM.

Nähere Informationen zu den Datengrundlagen sind im Methodenbericht enthalten.

Publikationen
Transfer in die Praxis
Format: 2021
Projektstatus: 
Laufend
Datum: 
1.9.2019 bis 31.3.2021
Auftraggeber/-innen: 

Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI